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Warum fliegen Züge? Gehen Digitale Pass-Pläne auf? E-Shop-mäßig bei den Leisten bleiben?

An dem Konzept, Passagierkabinen zunächst Zug fahren zu lassen, und sie dann in ein sie umgebendes Flugzeug hineinzuklinken, interessiert mich gar nicht so sehr die etwaige Lufttaxi-Konkurrenz, die t3n hier geschäftstüchtig herbei schreibt. Richtig cool finde ich daran, dem Personenverkehr einen Hauch internetartiges "Packet Switching" einzuflössen. Daran habe ich schon manchmal gedacht, wenn S- und U-Bahnen durch viele Stationen und zähes Ein- und Aussteigen ausgebremst waren (verbunden mit der Idee eines langsamen und eines schnellen S-Bahn-Ringes. Fahrgäste über längere Distanz würden dann mitsamt Kabine zwischenzeitlich übergeben). Vielleicht kommt durch die jetzt entsandene Prototypen-Konkurrenz aus Flugtaxi und Flugzug ja genau dieses spannende Abfallprodukt heraus.

 

Dann war da noch Amateurfußball digital - ausprobiert an Natives - nach Jahren des Spielberichts online kommt im Jugendfußball der digitale Spielerpaß hinzu. Verpflichtend. Als 'Soccer Dad' bin ich mit zwischen Eltern und Trainern hängengebliebenen, papiernen Anmeldeformularen bestens vertraut, oder papiernen Pass-Sets, die es nicht in die Mannschaftstasche geschafft haben. Allerdings auch damit, wie bereits bestehende digitale Workarounds im Bermudadreieck Eltern-Spieler*innen-Trainingsstab so ihre Praxistücken haben. Gespannt bin ich, ob jetzt "nur" alles analoge 1:1 digital wird, oder ob mit der Zeit praktische neue sowas-geht-nur-digital-Features entstehen.

 

Im wie immer guten Kassenzone-Interview unterhalten sich Jochen Krisch und Alexander Graf über Mut. Den sollte es beim Gründen natürlich immer geben. Hier allerdings geht es speziell um den Mut zum konzeptuellen Blick nach vorne. Etablierte (Shop-)Unternehmer zeichne aus, dass sie sich entlang ihrer Erfolge der Vergangenheit bewegen, statt "sich mit dem bestehenden Geschäft herumzuplagen".

 

Der undigitale Schlußartikel der Woche hat diesmal sogar einen Brückenschlag zum Digital Business - Testing nämlich. Allerdings greift "Trial runs for fascism are in full flow" einen gar nicht so schönen Aspekt des iterierenden Ausprobierens auf: Das systematisierte Gucken-wie-weit-ich-gehen-kann im Einnehmen politischer Extrempositionen. Die mutmasslichen "Testergebnisse" lassen kurzfristig nichts Gutes vermuten. Ich setze darauf das schnelles Verstehen und auf den Punkt gebrachtes öffentlich machen noch am ehesten hilft.